2010 - Sorgen ohne Not

Lustspiel von August von Kotzebue

Der arme reiche Kaufmann Bebefrost hat große Sorgen: Er weiß nicht mehr wohin mit seinem Geld. Alle seine Geschäfte gelingen – wie riskant sie zunächst auch schienen. Und dann ist da noch seine Nichte Heloise, die sich von seiner Autorität als Vormund ziemlich unbeeindruckt zeigt.

Diese wiederum plagen ganz andere Nöte: Vor Jahren wurde sie von ihrer Mutter dem äußerst unangenehmen Baron von Pelz versprochen. Jetzt wird sie 18 und der Baron drängt auf baldige Heirat. Mit ihrer Freundin Pauline versucht sie trickreich, sich ihn vom Leib zu halten und die Hochzeit immer wieder hinauszuschieben.
Vergebens, wie es scheint.

In dieser Situation tauchen zwei junge Männer auf: Lerche und Wachtel, die sich bald in Heloise und Pauline verlieben. Die beiden jungen Damen scheinen sich zwar für die Neuankömmlinge zu interessieren, doch jede auf ihre Art.



Meister des Banalen – Der Dramatiker August von Kotzebue
Geboren am 3. Mai 1761 in Weimar, gestorben am 23. März 1819 in Mannheim – ermordet durch den Jenaer Burschenschaftler und Theologiestudenten Karl Ludwig Sand. Er war ein zu seiner Zeit sehr erfolgreicher deutscher Dramatiker und Schriftsteller, der auch als russischer Generalkonsul tätig war. Seine Ermordung war Anlass für die Verabschiedung der Karlsbader Beschlüsse.
Erfolg beim Publikum galt ihm alles, literarische Reputation nichts. Geschnitten von der zeitgenössischen kulturrelevanten Schicht, wurde er dennoch – oder gerade deswegen – zum größten Theaterstar seiner Zeit. Volkes Stimme war Gottes Stimme, mit ihr – und nur mit ihr – stand und fiel sein schriftstellerisches Credo.
Unter den zahllosen, heute zumeist vergessenen Lustspielautoren des 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist es neben Iffland und Schröder denn auch vor allem August von Kotzebue, der bis heute dem literarischen und literaturwissenschaftlichen Gedächtnis erhalten geblieben ist.
Selbst Goethe, vom Mai 1791 bis zum April 1817 Leiter des Weimarer Hoftheaters, kam an Kotzebue nicht vorbei. Von den rund sechshundert Stücken, die zu Goethes Zeit inszeniert wurden, stammten allein 87 von Kotzebue, die insgesamt 667mal gespielt wurden.

In der Zeit von 1779 bis 1870 kamen am Mannheimer Nationaltheater im Durchschnitt auf eine Goethe- zehn Kotzebue-Aufführungen; zwischen 1789 und 1813 entfielen am Dresdner Hoftheater 23% aller Neuinszenierungen auf Kotzebue- und Iffland-Stücke, und zwischen 1790 und 1830 bestritten beide Autoren sowohl in Berlin als auch am Weimarer Theater mehr als ein Drittel des Repertoires. Und an den kleineren Provinzbühnen war die Präsenz unterhaltender Dramatik sicher noch weit höher anzusetzen.



Besetzung:

Bebefrost, ein reicher Kaufmann: Michael Scherrer
Heloise, seine Nichte: Susanne Blank
Pauline, deren Gespielin: Laura Kaiser
Reichsfreyherr Magnus Holofernes von Pelz auf Pelzendorf und Eulenburg: Markus Mohr
Magister Schnudrian, sein Factotum: Willi Prokop
Frau Linse, seine Haushälterin: Christine Ehmer
Fritz Lerche: Philipp Stephan
Theodor Wachtel: Mirko Bohnert
Tante Eusebia: Susanne Laubersheimer
Tante Trudchen: Hilde Hardegger
Tante Rebecca: Céline Pabst
Ein Bedienter: Felix Ehmer


Mitwirkende:

Inszenierung: Willi Prokop
Regieassistenz: Debora Thomas-Chmielus, Hilde Hardegger

Kostüme: Christa Dreher, Elfriede Hardziewski, Sabine Löhr

Maske und Frisuren: Heidi Schmid, Hannelore Seeger

Bühnenbild: Dieter Braun, Christa Dreher, Klaus Dreher, Hermann Martin, Wolfgang Martin, Wilfried Wißmann

Licht und Ton: Michael Gib, Jean Hardegger, Christoph Löffel, Tiziana Scherrer, Phillipp Stengel

Fotos: Michael Strubel, Stefan Wagner

Plakat, Flyer: Hermann Martin, Anne Tutzschke

Programmheft: Christine Ehmer, Heidi Moor-Blank, Anne Tutzschke
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