1995 - Tod auf dem Nil

ein Kriminalstück von Agatha Christie
Regie: Ela Sommer

Nach „Die Mausefalle“ und „Zehn kleine Negerlein“ spielt die Kleine Bühne Landau nun einen dritten Agatha-Christie-Krimi. Auch hier ein sogenanntes „Locked-Room“-Rätsel (wie z.B. „Mord im Orientexpress“ - der geschlossene Raum ist der Zug - oder bei „Zehn kleine Negerlein“ – die einsame Insel).
Die Handlung spielt auf einem Nildampfer.
Die Menschen auf dem Schiff sind schicksalhaft miteinander verbunden – eine Unausweichlichkeit entsteht – das Unglück nimmt seinen Lauf.
Es geht, wie so oft im Leben, um Liebe und Geld – wobei die Liebe leicht erreichbar scheint – das Geld aber nur durch üble Machenschaften (Sex and Crime!)
Die Hauptfigur Domherr Pennyfather kennt die Menschen – wie Agatha Christie – er liebt die Menschen – wie Agatha Christie – und psychologisch, allerdings auch menschlich geschickt, setzt er diese Kenntnis und diese echte Menschenliebe ein, um das Rätsel zu lösen.

Dabei bleibt Agatha Christie stets humorvoll, legt ihren Figuren auch ironische Bemerkungen in den Mund – verzichtet allerdings manchmal nicht auf die üblichen Klischees und Unwahrscheinlichkeiten des Genres. Die Methode ihrer Irreführung ist fast perfekt und natürlich sind wir gespannt, liebes Publikum, wie lange Sie sich irreführen lassen?
 
Eigentlich ist „Tod auf dem Nil“ ein Roman aus dem Jahre 1937, und das Theaterstück ist fast eine neue, eigene Version, Figuren und Handlung sind wenig identisch, in ihren Grundstrukturen allerdings erhalten.
Außerdem haben wir uns erlaubt, die Handlung in die frühen fünfziger Jahre zu verlegen, weil wir keine Klischees bedienen wollten, die auf den Imperialismus und die Kolonialzeit und deren menschenverachtende Auswirkungen verweisen – wohlwissend und wohlachtend, daß Mrs. Christie stets eine sorgfältige Chronistin ihrer Zeit war.
Uns kam es bei der Inszenierung eben mehr auf die Erschließung der Verhaltensweisen „emotionsgeladener Menschlein“ und deren vielfältigen Motivationen an, als auf politische oder literarische Genauigkeit.
Gemäß dem Motto Agatha Christies „Ich wollte immer nur unterhalten“ wünschen wir Ihnen – liebe Zuschauer – viel Spaß, wenn Sie mit uns nun die „Lotus“ besteigen und einige Zeit Nervenkitzel und geheimnisvolle Spannung mit uns teilen.
Vorhang auf!
Ela Sommer


Besetzung:

Fräulein Foliot-Foulkes, eine ältliche, arrogante Engländerin: Hildegard Hardegger
Christine Grant, ihre reizende Nichte: Steffi Rahm
Smith, ein nicht mehr ganz so junger Engländer: Alfred Stengel
Dr. Agropulus, ein junger ausländischer Arzt: Marcus Naumer
Kay Mostyn, eine junge englische Erbin: Christine Ehmer
Simon Mostyn, ihr Ehegatte: Frank Widmayer
arabischer Souvenirhändler, ein aufdringlicher Kerl: Werner Heupel
Schiffssteward, freundlich und selbstbewußt: Dawa Nsimba
Louise, Kays Zofe, ziemlich kokett: Debora Poerio
Domherr Pennyfather, englischer Geistlicher: Willi Prokop
Jacqueline de Severac, junge temperamentvolle Französin: Steffi Widmayer
Fundi, Chefsteward, ein wenig einfältig: Werner Heupel


Mitwirkende:

Regie und Inszenierung: Ela Sommer

Kostüme: Ensemble
Kostümberatung: Mechthild Rothenbücher
Näharbeiten: Maria Poerio, Anneliese Metzger

Maske und Frisuren: Marianne Rother, Mechthild Rothenbücher

Bühnenbild: Hermann Martin, Konrad Münch

Licht und Ton: Martin Prokop

Plakat: Hermann Martin

Souffleuse: Brigitte Rother
 
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